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was wir verhindern müssen!

GB Cart Autohof 170419

© 2017 G. Brickart, Cartoon „Autohof“

Wir Elsdorfer dürfen von den gewählten
Vertretern …  

ja, was denn, etwa einen landschaftlich
reizvollen, kulinarisch einmaligen, hippigen
autohof im elsdorfer süden erwarten?

eine gewerbesteuergelddruckmaschine?
einen volldauerjobgenerator erster güte?
einen feinen spielplatz für enkelkinder?

alles nur, weil Kölner nicht zu potte kommen!
alles nur, weil investoren knete machen wollen!
alles nur, weil hiesige von umsatz träumen!

ach nein, es geht ja um die abzocke der
müden lkwfahrer, die uns die güter bringen 

und: wir sind doch schon sooo gestählt
wir haben die staubende grube mit der braunen kohle,
die als nebenprodukt den strom für alle liefert
wir haben die rumpelnde kohlebahn an dorfes rande,
die die zeh-oh-zwei-kraftwerke täglich speist
wir haben den singsang der autobahn im westen,
die die lkwströme einladend sich schlängeln lässt  
wir haben die bundesstraße als gürtel gezogen,
die den durchgangsverkehr in die kurve legt

wir hatten einen uralten wald als filter dazwischen
wir hatten wohnqualität bis in die mitte des dorfes
wir hatten unbeschadete naturschutzgebiete
wir hatten äcker, wald und wiesen wie im süden
wir hatten heimliche attraktion: quasi idylle

wir brauchen diesen autohof,
um das vollends zu zerstören!

Wir Elsdorfer dürfen von den gewählten
Vertretern im Rat und an der Spitze mehr
erwarten als … offensiv gegenüber
Bezirksregierung und Interessengruppen
,
sprich bürgerinitiativen der betroffenen,
einen für unser Elsdorf aberwitzigen
autohof im süden zu vertreten

was wir in zukunft noch
klarmachen müssen!

© 19.04.2017 brmu
zitate aus dem Info-Blatt der SPD Elsdorf vom April 2017

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autohof - mär

der geschichte zweiter theil

und es kam, wie es kommen musste:
denn sie hatten den wirt vergessen,
den mit der rechnung allenthalben.

das land der äcker war von alters her
auf dem sterb‘bett der kirche vermacht,
auf dass wohl sie hüte den bodenschatz
für gar arme bauern und pächter
damit gerechtigkeit sei unter allen
im dorfe rund um die ackerkrume.

kirche aber denkt in langen bahnen
wie furchen auf den parzellen sind.
sozial sei friede und dieser dem herrn,
drum verkaufet sie nicht, was ihr vererbt
für tumbe zwecke und umsatzgier.
denn plumpig war das argument
wie ein gar abgewetzter leinensack:
nicht geht es um der karr‘fahrer wohl
zu legen sich auf pritschen der ruh‘,
dazu reicht eine stätte der rast.
fresstempel aber und spielhalle sind
pfuhle sündhafter aufputscherei.


das nein der kirche kam wie ein stilett
stach dem luftballon zischend ein loch.
und ein bote ritt aus der großen stadt
ins haus der autohofmöchtegernbauer,
allesamt gerufen: die jamaikaner,
ihr haupt aber ist ein company-christ.

der bote gab ein fordernd schreiben ab,
man solle erklären sich, wie ohne land
ein hof zu bauen sei, gleich welcher art.

und die jamaikaner schwitzen in heller not
zu klären die panne auf dem platten land.
der einflüsterer aber wird jetzt gefragt
im weiten Aachener fürstentum
all da sind mengen von ingenieuren
zu ändern die welt, wer weiß wohin.

die dörfler derweil trinken ein kölsch,
jubelnd auf der kirche löblich entscheid.
hat doch vernunft einen schritt getan
in die richtung von land und leute,
die acker, wiese und wald so lieben,
denn nur mit der grünen lungen pracht
kann gesund man atmen auf dauer,
nicht aber der karren mief und dreck.

und die moral von der geschicht‘
mit kirch‘ und dorf, da spielt man nicht.

© 13.11.2016 brmu

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auto|hof|fentlich nicht

raststätten, ja, die sind zu bauen,
doch politik nicht zuzutrauen,
die haben andere termine.

raststätte kost’ das geld des landes,
autohof dageg’n das des handels
als gelderdruckmaschine.

mitten dreist in uns’rer landschaft,
so macht das dorf bekanntschaft
mit den störungen zuhauf.

verkehr auf straße, auch rotes herz,
dreck und lärm, das ist kein schwerz,
ohne jeden leeren lauf,

den ganzen tag, um’s ganze jahr.
die ruhe, die wird ziemlich rar,
ein autohof hört niemals auf.

zieht mit zweifelhaftem „fun“
aus dem umland kunden an,
die nicht ruhen wollen.

und durchs dorf, da pendeln schnell
pkw verkehre, gell.
ach, wie schön die reifen rollen.

und die moral von der geschicht
glaub’ dem bürgermeister nicht
hast’ doch eigenen verstand,

der dir klar und deutlich sagt:
was man da mal wieder wagt,
ist gesetzt aus hohler hand.

© 19.09.2016 brmu

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autohof im aus?

diese geschichte ist vom tisch!
die äcker bleiben was sie sind:
landwirtschaft ohne schwein und rind;
diese botschaft ist ganz frisch.

wir konnten’s gar nicht glauben,
war doch lange so ein schweigen.
Dionysos wär’ dies nie eigen
unter den olympisch’ gauben.

kirchenvorstand hat entschieden.
St. Dionysius wir trau’n.
in die sache kommt der frieden.

denn die fläche fehlt der planung,
ein autohof lässt nicht sich bau’n.
ach, dem rathaus sei dies mahnung!

© 06.09.2016 brmu

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obstwiese diese

da gibt es eine wiese
in der stadt und diese
ist dem heil’gen obst geweiht
und darum sakrosankt

bruchteil eines hektars nur
land dem obst geweiht!

da gibt es auch noch acker
in uns’rer stadt und wacker
schnell dem autohof geweiht
wem wohl man das verdankt

zählt an hektar zwölfe pur
land vom autohof ab’teilt!

wie unterschiedlich doch
unser täglich denken ist
brot kommt vom acker noch
obst auf der wiese sprießt

mit brot bestehst du lang
mit obst – da wird’s mir bang

© 30.08.2016 brmu

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autohof - ein märchen

Autohof Coll-A-160319-zg

© 2016 Collage von R. Zi.
exklusiv für die IHB unter Verwendung des IHB-Logos

hof der karren.
es war einmal ein kleines dorf im rheinischen.
eines tages klopfte es an die dorfhaustür und
lobbyleute traten ein. die verbeugten sich tief.
der dorfmeister fragte, was ihr begehr sei und
sie flöteten ihm von dukaten für das dorf.
das gefiel dem alten meister. und sie sagten,
es sei so, dass an dem dorfe vorbei ein
breiter karrenweg von stadt zu stadt führe,
der immer stärker befahren werde, und
dass die mannschaften hungers litten und
müde seien. sie wollten dies elend mildern
hel­fen und einen karrenhof bauen.
und sie ver­beug­ten sich abermals tief.
sie meinten, er, der meister des dorfes,
müsse nur dafür sorgen, dass den bauern
ein gutteil landes genommen werde.
das solle zu neuem bauland umgewidmet
wer­den. das würde die sache vereinfachen.

der meister dachte nach. dann sprach er,
wie es denn sein könne, dass sie etwas baueten,
was den worten gemäß nur den dörflern nütze.
ob sie von der heilsarmee gekommen seien.
oh nein, sagten sie, das wäre mitnichten
der ort ih­rer herkunft. sie kämen aber von
einem verbund edler menschen, die das wohl
derer an den kar­renwegen im auge hätten.
er sei herr der bauern, sie herren der dukaten.
man könne sich doch einigen und gutes tun.

meister und gesellen im dorfhaus waren
feuer und flamme, konnten sie sich doch
endlich auch beteiligen am guten tun.
bald kam ein brief des dankes von denen
des verbundes zusammen mit „guten achten“,
worin alles stand geschrieben, was für sie
zu wissen von gewichte war, um ein­fach
und schnell bei dem stadtmeister in Köln
vorstellig zu werden.

sie schrieben tag und nacht, pflügten die sätze
in den papieren um und um, wie es die art
der bauern auf den äckern ist, bis alles
eindrück­lich seine fülle hatte. zum schluss
prangte das siegel des alten meisters darauf
und das pralle paket nahm seinen weg in die
große stadt mit den vielen steinernen häusern.

als das paket in die große mühle der stadt
ge­leget ward, begann diese zu kreisen und
sie kreiste und kreiste lange vor sich hin.
wir zählen aber an zwo vollen erntezei­ten.
dann war es so weit, und das rad keißte
und gebar ein neues papier, in dem alles stand,
was die gesellen des meisters schon vom
verbund edler menschen übernommen hatten.

derweil regte sich im dorfe unmut, denn
ein großteil der dörfler wollte vom alten
bauern­land nicht lassen und schimpfte laut
und rief dem meister nach, er solle den
unsinn lassen. es stänke zum himmel,
wenn fremde kämen, um angeblich so
gutes zu tun. das wisse man von früher.
denn in dem guten lauere das übel der
unerkannten lasten ohne jeglichen gewinn.

sie sprachen ihm aus erfahrung, es gehe ergo
gar nicht um die mannschaften der karren,
denn die hätten obdach reichlich anderswo,
der wege­meister im Gelsigen Kirchen wisse
davon ganz genauses zu berichten. aber der
meister des dorfes war sehr verstockt, seine
gesellen tief in die sache verliebt. sie hörten
nicht zu, sondern drohten mit dem landvogt,
der aber war im lande gar nimmer beliebt.

doch die da waren anderer meinung stürzten
nicht in die irre. so kam es, wie es kommen musste.
sie nahmen große schilde mit ihrer conterschelte
darauf. die aber weithin sichtbar war.

sie pilgerten zu der großen stadt und vor den rat
der weisen der region, die mit den winkearmen.
die aber waren ganz un­wissend und fassten einen
beschluss, weiter an der sache zu werkeln, auf dass
man weise werde, um später einen neuen beschluss
zu fassen, ob denn gutes zu tun sei wider das
bauernland in dem dorfe. und alles wanderte nun
wieder in das rad der beschriebenen papiere.

und die mit den schilden seufzeten laut.
aber der mut hat sie nimmer verlassen,
denn dem heiligen gesetze nach kam jetzt
die stunde der eingaben an das rad. und sie
setzten sich und berieten, was nun zu tun sei.
einige von ihnen hatten alle papiere der "guten
achten" genau gelesen und sie beschrieben,
was in den zeilen und dazwischen stand.

und eine wut kam über sie alle. da war ein grimm
in ihnen und sie arbeiteten tag und nacht und
stapelten briefe zu hauf mit den worten der vernunft
darinnen, auf dass die diener des ra­des einsicht hätten
und abkehr vom baren unsinn entstünde.

der meister aber, der alles in gang gesetzet,
der saß längst auf seinem alten teil, und
er kam nicht wieder. und die dörfler waren gespalten,
denn einigen wenigen unter ihnen und deren
freunden dünkte, von dem hofe vorteile zu erhaschen.
und noch andere freuten sich schon auf die
ge­selligkeit der mannschaften, die sich würden
vergnügen wollen mit hellem Kölsch, dunklem wein,
fröhlichem weib und lautem gesang. denn die karren
sind nicht leicht zu führen.

die dörfler aber hatten derweil einen meister
gewählt, der von sich meinte, er sei helle.
der aber versprach ihnen, misstrauisch zu sein
wider die aus dem verbunde und keinen karrenhof
bauen zu lassen, wenn dem dorfe dafür nichts
gutes widerfahre. und sie warten alle gespannt
bis auf den heutigen tag.

damit er aber daran denke, was er vollmundig
geredet hatte in zeiten der wahl im dorfe
nahe dem karrenweg, drückten die dörfler,
wann immer sie wollen auf den knopf des verlangens,
genannt petition, und jedesmal schlug der
Dünne Pitter im dorfhaus an, auf das der
meister seine worte nicht vergesse, damit
es nicht werde ein
hof der narren.

© 25.02.2016 brmu
geschrieben zu Elsdorf am steilen Tagebaurand

1 Kommentar

nein danke

autohof, autohof
ach, ich finde dich so doof
für umsatzsteigrung glatt
machst du uns're äcker platt

die fahrer zockst du ab
die, nach langen fahrten matt
eins nur wollen: parken
keine stellplatzmarken

raststätten, die sind besser
liegen wie die messer
in der scheide, an der bahn
ohne autohöfewahn.

die moral von der geschicht’
vertausche beide nicht
denn sonst wächst im dorfe hier
ein autohofgeschwür.

© 17.12.2015 brmu

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autohof so|nett

eine flächengemeinde lebte satt
von dem sie fressenden tagebau.
alle parteien fanden das schlau.
restliches E---dorf heißt neuerdings stadt.

braunköhlers steuer floss lang in den hut
in millionenmengen, in massen -
plötzlich ein stöhnen in den gassen:
geldhahn ist zu! uns geht's jetzt gar nicht gut.

neues geld muss her zum modellieren
maroder, städtischer bilanzen:
nun ist schluss mit lustig und tanzen.

un’ wat nu’? man sucht auf allen vieren.
da! in *eppendorf sind äcker frei,
dort legen wir ein autohof-ei!

* H oder D, das ist hier die frage ;-)

und die moral von der geschicht’
trau’ deinem alten stadtrat nicht!
wähl’ neu, ist d|eine bürgerpflicht!

© 21.05.2015 brmu
anlässlich der veranstaltung eines bürgermeisterkandidaten im Bürgerhaus Heppendorf am 20. 5. 2015; persönlicher eindruck: nichts genaues weiß man nicht

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