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autohof - mär

der geschichte zweiter theil

und es kam, wie es kommen musste:
denn sie hatten den wirt vergessen,
den mit der rechnung allenthalben.

das land der äcker war von alters her
auf dem sterb‘bett der kirche vermacht,
auf dass wohl sie hüte den bodenschatz
für gar arme bauern und pächter
damit gerechtigkeit sei unter allen
im dorfe rund um die ackerkrume.

kirche aber denkt in langen bahnen
wie furchen auf den parzellen sind.
sozial sei friede und dieser dem herrn,
drum verkaufet sie nicht, was ihr vererbt
für tumbe zwecke und umsatzgier.
denn plumpig war das argument
wie ein gar abgewetzter leinensack:
nicht geht es um der karr‘fahrer wohl
zu legen sich auf pritschen der ruh‘,
dazu reicht eine stätte der rast.
fresstempel aber und spielhalle sind
pfuhle sündhafter aufputscherei.


das nein der kirche kam wie ein stilett
stach dem luftballon zischend ein loch.
und ein bote ritt aus der großen stadt
ins haus der autohofmöchtegernbauer,
allesamt gerufen: die jamaikaner,
ihr haupt aber ist ein company-christ.

der bote gab ein fordernd schreiben ab,
man solle erklären sich, wie ohne land
ein hof zu bauen sei, gleich welcher art.

und die jamaikaner schwitzen in heller not
zu klären die panne auf dem platten land.
der einflüsterer aber wird jetzt gefragt
im weiten Aachener fürstentum
all da sind mengen von ingenieuren
zu ändern die welt, wer weiß wohin.

die dörfler derweil trinken ein kölsch,
jubelnd auf der kirche löblich entscheid.
hat doch vernunft einen schritt getan
in die richtung von land und leute,
die acker, wiese und wald so lieben,
denn nur mit der grünen lungen pracht
kann gesund man atmen auf dauer,
nicht aber der karren mief und dreck.

und die moral von der geschicht‘
mit kirch‘ und dorf, da spielt man nicht.

© 13.11.2016 brmu

 

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