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Europa eitelt

GB Cartoon03

© 2017 Gregor Brickart, cartoon „Europa“

wenn du blau bist, ist es die fahne auch,
selbst wenn sternchen darauf prangen.
zwei generationen lang kein ernsthafter
stress in diesem teil der alten welt kann
in Brüssel schon schön besoffen machen.

da kann man wider den stachel lecken
und sich stramm nationalistisch recken
aus der runde der achtundzwanzig
die ideen dazu, die stinken arg ranzig

so erträgt der zeuselige stier die Europa
wie sie eitel tut, sich kämmt und schönt,
derweil die sternchen aus den haaren fallen.
wär‘ sie als sterntaler umgeschult, hätten
wir dann hoffnung auf späteren lohn?

© 17.02.2017 brmu

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ME first à la Trump

GB Cart02 Trump
© 12.02.2017 Gregor Brickart, „die parole des tweetertrumpel“

in einem autoritären system sozialisiert,
hier in der eig’nen spielhallenwelt, da
bläht das ego schnelle, wenn man nur
bücklinge um sich versammelt hat.
da braucht’s noch einen heil’genschein,
schön blond frisiert im blauen sakko,
damit die naiven schon von weitem
den heilsbringer antwittern können.

nichts ist’s mit dem erklären, denn
seine existenz ist erklärung genug.
mit spitzen lippen die parole gegrölt:
>America first< vom bühnenfirst, ein
werbeslogan der Federal Credit Union.
der spruch darum erscheint arg neblig,
konkret meint er sich selber wohl,
im alten, puren pragmatismus,
wie viele auch ihn hatten, schlecht
bemäntelter, weil nackter ego-trip.
nein, narzissmus ist das nicht.

blond und blaue äugelein waren einst
die marke im schwarz-bräunlichen stoff.
das aber war und ist nazismus pur,
narzissmus im quadrat der masse von

tief postintellektueller art und weise.

wisse, freiheit ist, wo alle denken wollen
und jene, die sich's hinreichend trauen,
allen den fälligen respekt auch zollen!
und, kannst du in den spiegel schauen?

ich-ich-ich – nur notgedrungen wir,
wenn es mir denn nützen wird, das
ist die rechnung ohne den wirt!

© 14.02.2017 brmu

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keine tulpen für nulpen

GB 01 Tulpen 170208

© 08.02.2017 Gregor Brickart, wachsmalstiftzeichnung

im blauen sakko schenkt der Grego
geblümter Gregina ‘ne tulpe.
die jubiliert in ihrem ego:
blumen kriegt man nicht als nulpe!

was aber will uns dieses sagen?
die tulpe steht für ein geschenk;
der eine gibt, die andre nimmt
und beide freudig daran tragen.

und das geschenk wär‘ die kolumne;
der eine malt, der andere schreibt
beide holen sie die leserschaft
zum denken raus aus der rotunde.

darin vielleicht man zirkuliert,
gebannt von einem postfaktotum,
dieses allerdings macht richtig dumm.
die columna neue sicht gebiert!

© 13.02.2017 brmu

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100 worte: ungehorsam

das wollen wir nicht. ungehorsam ist lästig, verunsichert den geregelten lauf der dinge wie sie interessehalber geplant und kräftehalber ganz durch und durchgesetzt werden, bis alles sich in gutem gang ergeht. politik, die klatsch dazu, weil es doch arbeitsplätze bringt für strom und munition. da ist es schlecht, wenn durch unbeugsamen spalt ein neues lüftchen weht, so unvermittelt mit rasterlocken bewehrt und die regeln ins gegenteil kehrt: nicht auf den straßen die parolen gröhlen, unter tage in die röhre gehen. da haben es die hausfriedensbesitzer schwer dranzukommen. legitim ist was ethisch begründet handlungsoptionen weitet, recht was per spruch wird eingeengt.
© 19.11.2012 brmu

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100 worte: kultur

kultur ist das, was alle dafür halten. meint: anerzogene, erlernte, ausgesprochene, unausgesprochene regeln im sozialen zusammenleben einer großen gruppe von menschen werden mehr oder weniger bewusst oder unbewusst aktiv, duldend, widerstrebend oder widerlegend umgesetzt im eigenen denken, sprechen, verhalten. sie werden auch von den umsetzern bei den mit ihnen in beziehung stehenden menschen mehr oder weniger direkt oder indirekt aufgefordert eingefordert. kultur ist also eine übereinkunft in allen dingen des menschlichen lebens und zerfällt in bereiche wie kunst und geisteswissenschaftliches, technik und naturwissenschaftliches, in soziales und religiöses und anderes. all das kann man erfolgreich beackern ...

© 26.10.2012 brm ulbrich

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100 worte: leben

hundert worte sind hundert worte in diesem leben und in anderen vielleicht auch wenn es anderes leben gäbe auf anderen planeten auf denen das leben unterstützende bedinungen herrschen könnten wenn man denn überhaupt so genau wüsste was das leben sei und ob es anderes gäbe und welche unterstützung das andere bräuchte auf anderen planten im weltall und nicht nur in unserer milchstraße denn wir können doch nur in unseren menschlichen möglichkeiten denken also eher beschränkt und nicht nichts denken oder anderes was außerhalb unserer möglichkeiten läge da sind wir regelrecht blind wie die nacht in der so viel anderes ist …

© 20.10.2012 brm ulbrich

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