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frisch gegründet - halb gewonnen

Dr. Hannelore Furch, initiatorin von „Die Gruppe 48“, gibt litbiss.de ein interview.

über mich finden sie auf meiner website informationen zu meiner person und zu meinem werk wie gedichte, kurzgeschichten und  leseproben zu weiteren erzählwerken.

durch meine germanistische ausbildung konnte ich mir den blick schärfen aufs eigene werk, aber auch auf die gegenwartsliteratur insgesamt, weil er fortan den text als gesamtheit durchdringt. das mit hilfe des 5w-spektrums, heißt: wie, warum, wo und wann was erzählt wird. dabei hängt alles miteinander zusammen. für mich bildet sich immer schnell das "wie" als leitend heraus. viel erzähltheorie  ist in meiner dissertation "Der Erzählerdiskurs. Die Erzählweisen in Unkenrufe und Im Krebsgang von Günter Grass" eingearbeitet.

dabei hat mich immer der grundsatz geleitet: schau so kritisch drauf, wie es geht, aber vergiss dabei nie, dass die so genannte betriebsblindheit die urteilfähigkeit über die eigenen produkte stark einschränkt. 

mein erstes romanmanuskript habe ich vor dreißig jahren geschrieben, es war stark autobiografisch. ich habe damals vergeblich versucht, es bei verlagen unterzubringen, es dann aber in der schublade verschwinden lassen, wo es heute noch liegt. wenn ich heute hineinlese, denke ich immer: viel zu langatmig und berichtsmäßig geschrieben und sich in unwichtigen details verlierend. dass ich das nicht unterbringen konnte, ist doch klar.

die schriftstellerei hat für mich einen reiz, denn es ist eine wunderbare art, alles, was einen interessiert, für sich selbst und damit auch für andere als literarisches produkt aufzuarbeiten.

mein lieblingsthema ist schwer zu beantworten, da jedes meiner bisher sieben literarischen werke einen anderen themenschwerpunkt hat.

auf die idee, eine literatengruppe zu gründen, kam ich im herbst 2015 im gespräch mit schriftstellerkollegen. ich wollte etwas überregionales, etwas mit internationalem einschlag, und hatte den vorschlag: warum nicht so eine ähnliche gruppe gründen, wie es die ende der sechziger jahre untergegangene Gruppe 47 war. solch ein projekt reizte auch die literaturwissenschaftlerin in mir.

der name >Die Gruppe 48< ist bewusst gewählt, obwohl der name vielleicht zu anmaßend, die vorbildgruppe zu groß bzw. zu bedeutend erscheint, als dass man hier anknüpfen könnte. letztendlich entschlossen wir uns für den namen in erweiterter form, nämlich Die Gruppe 48. er bedeutet die lose verbindung zur Gruppe 47, deren veranstaltungskonzept wir im großen und ganzen übernehmen. die zahl 48 steht dabei nur in der bedeutung einer folgezahl zur Gruppe 47. wir wollen nämlich in der literaturszene einen kleinen reiz setzen, damit man mal schaut, was da mit uns ist. dass nun unsere erste große wettbewerbsveranstaltung am 10.09.2017 genau mit dem datum zusammenfällt, an dem sich vor siebzig jahren die Gruppe 47 gründete, werten wir mal als ein gutes omen für unsere gruppe.

unsere orientierung liegt dabei auf einer jährlichen wettbewerbsveranstaltung mit vorhergehender öffentlicher ausschreibung. auf dieser wettbewerbsveranstaltung lesen sechs bis acht zuvor von unserer jury ausgewählte autorinnen und autoren ihre texte. es wird zugehen, wie auf unserer homepage in unseren richtlinien und auch in der aktuellen ausschreibung mitgeteilt.

wir wollen in der sache folgendes erreichen: wir möchten mithelfen, talentierten urhebern eine startmöglichkeit zu einer schriftstellerlaufbahn zu geben. dabei haben wir im auge, dass autorinnen und autoren, die für die wettbewerbsveranstaltung ausgewählt wurden, in ihren schriftstellerischen ambitionen gestärkt werden. kurz und gut: unsere aufgabe ist die förderung guter deutschsprachiger literatur.

literatur soll nicht nur unterhalten, sondern sich auch einmischen, darum haben wir in unseren richtlinien verankert, dass literatur, die sich einmischt, von uns bevorzugt wird, gemäß unserem vorbild, der Gruppe 47.

dazu wir haben einen wettbewerb ausgeschrieben, der alle deutschsprachigen autorinnen und autoren aufruft, sich an unserer ausschreibung zu beteiligen. es sind einige qualitätsmerkmale vorgegeben (ausschluss bestimmter gattungen wie z.b. schmunzel- und gebrauchsliteratur). ansonsten gibt es nur zwei bedingungen: die autorin, der autor muss volljährig und sein text unveröffentlicht sein.

frau dr. Furch, vielen dank für das interview.

brmu / 20.02.2017

 

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