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McCarten im film

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© 12.11.2017 foto brmu: Anthony McCarten „im gespräch“ mit Joachim Frank im Schauspiel Köln - Depot 1

Köln ist einen filmclip wert! besonders, wenn man als autor des diesjährigen preises „Das Buch für die Stadt“ verhindert ist. die professionalität der macher versöhnt mit diesem fauxpas. das geplante gespräch in der matineé im Schauspiel Köln wurde kurzerhand vorher im frage-antwort-modus aufgezeichnet und uns vom moderator Joachim Frank (KSTA) im pingpong locker präsentiert.

so konnte das publikum einen eindruck davon gewinnen, wie ein buch über die erfolgsschiene einer begeisterten leserschaft und eines fleißigen literaturbetriebes, dank des multitalentes des autors, in anderen medien seinen niederschlag findet wie im film, im musical und als drama im theater.

davon träumen andere autorinnen und autoren – oder nicht? ist die durchkommerzialisierung etwa auch ein nachteil? zeitdiebstahl durch lesungen, durch pr-maßnahmen, durch matineés, die vom eigentlichen ablenken, dem schreiben? trotz seiner abwesenheit scheint das bei McCarten nicht der fall zu sein, denn er erzählt, dass er das manuskript zu „Superhero“ in nur zwanzig tagen niedergeschrieben habe. das muss man durchhalten können.

natürlich wurde auch über den inhalt gesprochen. und McCarten meinte, seine lieblingsszene sei gewesen, als vater und sohn sich zum ersten mal nahe kommen, in dem sie einen joint rauchen, tatsächlich geweint habe er beim schreiben der sterbeszene, weil die gedankliche übertragung auf seine familie ihn emotional erschüttert habe.

offenbar eine schlüsselszene in dem werk, die sich mehrmals zu lesen lohnt. denn dann kommt man wohl auch zu dem schluss, dass es sich nicht um ein buch um und über den tod eines jugendlichen handelt, sondern um eine anleitung zum leben angesichts des todes. eine absurde situation würde Camus sagen und dasselbe meinen: lebe!

es wäre eine gute tat, den interviewfilm am stück zugänglich zu machen, um die vielen hinweise des autors aufnehmen und verarbeiten zu können. die leiterin des Literaturhauses Köln, Fr. Bettina Fischer, will sich dankenswerter weise darum bemühen. erfolg sei ihr beschieden.

© 13.11.2017 brmu

 

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