litbiss.de

augen zu

quelle: Markus Orths, Die Tarnkappe, Schöffling & Co. 2011, seite 173:

„Es geschieht ständig etwas, das nicht geschehen soll, kann, darf. Angefangen mit dem Tod. Und wir suchen Erklärungen. Unser Denken ist von Geburt an kausalkettenverseucht. Wir sollten uns endlich abfinden. Mit dem, was geschieht. Eine Abfindung fürs Leben. Erklärungen sind die lächerlichsten Zwerge des Geistes. Nichts kann erklärt werden, höchstens beschrieben. Die Welt kann nicht erklärt werden, der Tod kann nicht erklärt werden, nicht das Leben. …

Wichtig ist nur die Tatsache, dass etwas so ist, wie es ist. Das krankhafte Bemühen, uns immer neue Dinge auszudenken, um unser lächerliches Dasein zu belichten, ist nichts weiter als ein Deckel auf dem Topf der Angst, die überkocht, wenn Antwort fehlt.“

augen zu und durch

welch ein fraglicher mix
dazu sage ich nix –

oder doch: da scheint mir,
die wilde mischung hier,
nebst fatalismus breit
wissenschaftsfeindlichkeit,
lineardenken plus
dem goetheanismus
mit im spielchen zu sein
nicht jedem geht das ein.

ja, denken ist oft mist
weil sein komplexer ist.

© 31.01.2013 brmu

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jeder gedanke

Judith Schalansky, Der Hals der Giraffe, Suhrkamp 2011, zusammen gestellte zitate:

s. 70 Der Mensch war ein flüchtiges Vorkommnis auf Proteinbasis. Ein zugegeben recht erstaunliches Tier, das diesen Planeten für kurze Zeit befallen hatte und schließlich, …, wieder verschwinden würde.

s, 107 Der klägliche Versuch, das eigene verfehlte Leben durch eine weniger missratene Nachkommenschaft aufzuwerten. Flucht nach vorn. Das Kind war ihre Anlage. Die Erbanlage als einzige Investition in die Zukunft. Es war die Hoffnung, dass die eignen Gene sich in einer neuen Kombination doch noch als vorteilhaft erweisen könnten und der Erfolg dieser Mischung die Vererber rückwirkend auszeichne.

s. 194 Es gab zwei Strategien, mit dem Leben fertigzuwerden. Es einfach hinnehmen. Oder versuchen, es zu verstehen. Einen Überblick schaffen. Licht ins Dunkel bringen. Einen Weg durch das Dickicht schlagen.

s. 199 Das Leben war kein Kampf, es war eine Bürde. Man musste sie tragen. So gut es eben ging. Eine Aufgabe vom ersten Atemzug an. Als Mensch war man immer im Dienst. Man starb nie an einer Krankheit, sonder n an der Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die uns nicht auf diese Gegenwart vorbereitet hatte.

s. 217 Was heute die Ausnahme war, konnte morgen die Regel werden. Die Spirale, einmal in Gang gesetzt, war nicht mehr aufzuhalten. Sicher war nur, dass nichts bleiben würde, wie es war. Ein permanenter Wandel. Unaufhaltsam. Unabänderlich. Es war ein dynamischer Planet. Vollkommenheit mochte angestrebt sein, aber vorgesehen war sie nicht. Einen Fortschritt gab es nicht. Fortschritt, das war ein Denkfehler.

s. 135 Nicht jeder Gedanke verdient es, artikuliert zu werden.

wie das?jeder gedanke verdient
artikuliert beschnüffelt zu werden
ob er denn zum himmel stinke -
wohlgeruch ist selten im stinkestall

© 22.01.2013 brmu

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lyrikauflagen

Theo Breuer, seines zeichens schriftsteller und herausgeber, hat die eine oder andere mutmaßung über das zeigenössische gedicht, unter anderem meint er, viele lyrikbücher selbst preisgekrönter autor/inn/en fänden oft kaum mehr als 50 bis 200 [erst?-]leser/innen und ab 300 würde bereits gejubelt [im verlag?]. bei einer durchschnittlichen leserschaft von runden 135 leserinnen und lesern pro buch müsse man konstatieren, dass die mehrzahl der veröffentlichungen praktisch unter ausschluss der öffentlichkeit stattfänden. was bliebe, seien buchtitel und ISBN.

zitiert nach: Christoph Buchwald u. Kathrin Schmidt, Jahrbuch der Lyrik 2011, DVA 2011; darin: Theo Breuer, Die eine oder andere Mutmaßung über das zeitgenössische Gedicht, seite 217-222

© 19.01.2013 brmu

ergänzung aus dem österreichischen Standard:

es kann auch ganz anders kommen wie in japan zum beispiel mit der über hunderjährigen dichterin Toyo Shibata (Tokio). sie begann in einem alter um die neunzig jahre zu schreiben, eröffentlichte 2009 in einem selbstverlag eine anthologie, die erst in einem anderen verlag zum bestseller wurde: 1,6 mio. exemplare verkauft!! das macht mut in der leidenden deutschen lyriker-szene.

© 21.01.2013 brmu

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gemeinwesen

zitiert aus quelle: Ingo Schulze, Unsere schönen neuen Kleider, hanser berlin 2012 

seite 76: Es geht im Alltagsleben wie beim Romanschreiben immer auch darum, die eigenen Voraussetzungen mitzuliefern. Ich selbst habe bestimmte Bedürfnisse, Interessen und Ansprüche, von denen ich meine, dass sie mein Leben lebenswert machen, und die mit Bedürfnissen, Interessen und Ansprüchen anderer übereinstimmen, ganz oder teilweise, oder kollidieren oder einander gar nicht berühren.

seite 77: Als Bürger dieses Landes bin ich auf Demokratie angewiesen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Demokratie bedeutet ein Gemeinwesen, das in der Lage ist, seiner Verantwortung gerecht zu werden. Fehlen ihm die finanziellen Mittel oder das geeignete Personal dazu, so stellt es sich selbst in Frage. Deshalb müssen Vertreter gewählt werden, die die Interessen des Gemeinwesens wahrnehmen und es vor Ausplünderung schützen. Es braucht Vertreter, die willens und in der Lage sind, eine marktkonforme Demokratie zu verhindern und demokratikonforme Märkte zu schaffen. Es braucht Vertreter, für die Freiheit und soziale Gerechtigkeit untrennbar voneinander sind - nicht nur auf nationaler Ebene. Und es braucht eine Mehrheit, die das will und einfordert."

seite 65: Demokratikonforme Märkte wären Märkte, auf denen eben nicht alles erlaubt sein darf, was Geld bringt, vom dubiosen Finanzprodukt bis zur Spekulation mit Lebensmitteln. Demokratiekonform bedeutet, der Wirtschaft soziale, moralische und ökologische Standards abzuverlangen und diese ihnen auch zu ermöglichen. Dafür brauchte es aber eine Politik, die dem wirtschaftlichen Wachstum nicht alle Entscheidungen unterordnet."

seite 75: Hannah Arendt stellte fest: " Bei näherem Zusehen jedoch zeigt sich erstaunlicherweise, daß man der Staatsräson jedes Prinzip und jede Tugend eher opfern kann als gerade Wahrheit und Wahrhaftigkeit.  Es geht ja um den Bestand der Welt, und keine von Menschen erstellte Welt, ..., wird diese Aufgabe je erfüllen können, wenn Menschen nicht gewillt sind, ..., das zu sagen, was ist."

dito! 30.12.2012 brmu

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wie soll ich leben?

Sarah Bakwell, Wie soll ich leben? C. H. Beck 2012, zitate auf den einführenden seiten 11/12

„Die Welt des 21. Jahrhunderts ist voll von Menschen, die sich intensiv mit sich selbst beschäftigen. … Sie kreisen um sich selbst. Sie schreiben Tagebuch, sie chatten und stellen ihre Fotos ins Netz. Hemmungslos extrovertiert, ...

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mondteller

hol den mond auf deinen teller*
lass die sonn’ in
seinem lichte glänzen
aber die erde die
die erde lass grün
ihr den himmel blau
uns die blumen bunt
für würdigere die da
noch kommen werden
wisse es gibt keine reise nach
keine ankunft in
*
dem was eines vaters ist
oder sein soll und haben
jandl sei dank*

© 21.12.2012 brmu
*) bezug: Esther Thormann, Hol den Mond auf deinen Teller – Gedichte, orte Verlag Zürich 2010. seite 16, diverse zeilen zitiert

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gauß-o-graus

quelle: Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt, Rowohlt Verlag 2005, seite 220.

Carl Friedrich Gauß räsoniert in einem gespräch mit Alexander von Humboldt auf dessen bemerkung, der verstand forme die naturgesetze. zitat:

„Der alte kantische Unsinn. Gauß schüttelte den Kopf. Der Verstand forme gar nichts und verstehe wenig. Der Raum biege und die Zeit dehne sich. Wer eine Gerade zeichne, immer weiter und weiter, erreiche irgendwann wieder ihren Ausgangspunkt. Er zeigte auf die niedrig im Fenster stehende Sonne. Nicht einmal die Strahlen dieses ausbrennenden Sterns kämen auf geraden Linien herab. Die Welt könne notdürftig berechnet werden, aber das heiße noch lange nicht, dass man irgend etwas verstehe.“

der Gauß macht den Humboldt rund:
ausgedient habe das phlogiston,
die welt gebe sich nur spärlich kund,
ein paar algorithmen täten es schon.

© 17.12.2012 brmu

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gedichtbände

Frankfurter Bibliothek, Jahrbuch für das neue Gedicht, Bd. 28, Gedicht und Gesellschaft 2013, Brentano-Gesellschaft Frankfurt 2013. darin auf seite 722:

gedichtbände

sind etwas zum weiterblättern
bis die eine seite widerfedert
dein hirn hat längst entschieden
da machst du noch den finder feucht
ribosomen-augen wandern zeilen lang
bedeutungen perlen ab und sammeln
zu gedanken sich knapp über
dem papier schwebt der
geist der strophen
der wirbelt
dich

© 15.12.2012 brmu

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ursache und wirkung

ein zitat wider die verdummung aus: Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt, Rowohlt Verlag 2005, seiten 59 – 61:

„Gemeinsam überzeugten Bartels und Büttner seinen Vater davon, daß er nicht in der Spinnerei arbeiten, sondern aufs Gymnasium sollte. Unwillig stimmte der Vater zu und gab ihm den Rat mit, sich immer, was auch geschehe, aufrecht zu halten. … Er bekam zwei neue Hemden und einen Freitisch beim Pastor.“

beim ersten mittagessen an diesem freitisch verwickelt der pastor den achtjährigen knaben Johann Carl Friedrich Gauß in ein gespräch und meint schließlich:

Wie klug man auch sei, man habe demütig zu bleiben. – Warum? – Der Pastor bat um Verzeihung. Er habe wohl falsch verstanden. – Nichts, sagte Gauß, gar nichts. – Doch, sagte der Pastor, er wolle das hören.
Er meine es rein theologisch, sagte Gauß. Gott habe einen geschaffen, wie man sei, dann aber solle man sich ständig bei ihm dafür entschuldigen. Logisch sei das nicht. … Er sei überzeugt, daß er etwas missverstehe, aber ihm erscheine das wie eine mutwillige Verkehrung von Ursache und Wirkung.“

wie soll ein mathematisches genie auch anders denken. der kleine hat gar nichts missverstanden. sprach’s und flog raus. logik ist nicht jedermanns sache, schon gar nicht die der theologie. / eingestellt am 08.12.2012 brmu

reli belli

religionen sind inbrünstige
logiklose denkdunkle
systeme die mit einer ethik
ohne hiesige menschenrichter
auskommen wollen – lohn
oder strafe folgen später aber
viele mussten dran glauben

© 08.12.2012 brmu

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info zum projekt

hier einige erläuterungen zu dem literaturblog litbiss:

das schreiben von literarischen texten hat etwas solipsistisches an sich. der ausweg ist die resonanz mit anderen geistern. ist das wortwerkchen nach eigenem anspruch fertig gestellt, dann kann es drei wege beschreiten.

weg 1: der text wandert gleich in den schuhkarton und die nachfahren werfen alles ins feuer.
weg 2: der text wird im freundeskreis vorgelesen, barmherzig gelobt, wandert dann auf weg 1.
weg 3: der text wird der gnadenlosen öffentlichkeit vorgelegt und wandert …

mit litbiss will ich auf dem dritten weg, als projekt getarnt, schreiben und aushalten. der name litbiss deutet auf eine beabsichtigte art der nonkonformität der themen und ihrer formulierung in literarischer form hin. es geht also nicht um schöngeistiges, sondern um anstößiges zum eigenen denken.

bevorzugt wird die gebundene sprache in gedichten mit und ohne reim, vom aphoristischen gedankensplitter bis zum durchkomponierten sonett. die orthographie folgt bewusst der kleinschreibung als künstlerisches mittel. eine ausnahme bilden die eigennamen von personen.

der bloginhalt gliedert sich in anwählbaren kategorien.

ein blog lebt von den kommentaren aus der großen öffentlichkeit. dieser auch. alle interessierten sind eingeladen, meinungen einzuschreiben. © brmu

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schreiben macht einsam

Sibylle Lewitscharoff ist eine schriftstellerin mit fantasie, wie jüngst bewiesen in ihrer ungewöhnlichen Blumenberg-biografie. sie hält zurzeit eine poetik-vorlesung an der universität köln. im vorlauf dazu gab sie dem KStA (4.12.2012) ein interview zu fragen über die schriftstellerei.

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bedeutung eben

Henri Bortoft: Goethes naturwissenschaftliche Methode, Verlag Freies Geistesleben 1995. im rahmen der erörterung des allgegenwärtigen, analytischen bewusstseins und dem eher holistischen bewusstsein Goethes kommt Bortoft auf seite 45 zu dieser einschätzung:

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Die Grube

wer sich einblick verschaffen will, was es heißt, auf dem altar des strombedarfes geopfert zu werden, der lese das buch von Ingrid Bachér, Die Grube, Dittrich Verlag 2011, das sich mit dem tagebau aus sicht der betroffenen beschäftigt. es soll ein aufschluss-reiches zitat hier folgen:

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wo man die grenzen zieht

quelle der zitate ist das buch des englischen autors John Berger, "Hier, wo wir uns begegnen" im Carl Hanser Verlag 2006, speziell aus der dort enthaltenen erzählung "Lissabon":

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mensch in berührung

Robert Musil hat als österreichischer Schriftsteller (Der Mann ohne Eigenschaften, 1931) natürlich auch tagebuch geführt. eine auswahl daraus hat der Suhrkamp Verlag (SV) in seiner reihe Bibliothek Suhrkamp (bs) als band 90 heraus gebracht. ich zitere aus der ausgabe von 1974 von seite 19:

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die erhöhrung

Thomas Lehr schrieb den roman "Die Erhöhrung" und der Aufbau-Verlag brachte ihn 1995 heraus. aus dem ersten kapitel "Vom Berühren des Mondes" (s. 9-15) hier drei markante zitate:

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gemeinsame nenner

aus dem buch von Eberhard Rathgeb mit dem titel "Schwieriges Glück - Versuch über die Vaterliebe" aus dem Hanser verlag 2007 findet sich dieses zitat auf den seiten 65-66:

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im walde

vom flohmarkt kam mir als geschenk ein altes buch auf den tisch: Gedichte von Ferdinand Freiligrath (1810 - 1876), J. W. Cotta'scher Verlag Stuttgart und Tübingen 1843, sechste auflage. darin fiel mir das 13strophige gedicht "Im Walde" auf.

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das goldene dachl

das Goldene Dachl (um 1500) ist das wahrzeichen Innsbrucks. ein spruchband mit unbekannten schriftzeichen ist bis heute nicht enträtselt. in der tiroler tageszeitung (tt) vom 10. Juni 2009 steht über das Goldene Dachl geschrieben: "Jetzt dürfen sich Kreative den Kopf zerbrechen."

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was gelernt werden muss

"Was gelernt werden muß, ... , ist das Warten. Das Warten ermöglicht das Geschehen lassen einer Entwicklung, es ist ein Warten auf sich selbst. Doch das ist keine passivische Erfahrung. Es ist Vorgeschichte eines Werkes, ... . Warten und Schreiben schließen sich nicht aus, ..."

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der sinn des lebens

Ernst Augustin schreibt in seinem roman "Robinsons blaues Haus" im C.H. Beck Verlag 2012 auf seite 25:

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purzelnde heimat

von Thomas Kling (1957 - 2005) ist posthum in diesem jahr das Suhrkamp taschenbuch "Das brennende Archiv" (st 4351) erschienen. darin findet sich das gedicht "Wurzeln & Heimat" in der manier eines "erpresserbriefes" mit ausgeschnittenen wörtern oder wortkombinationen.

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LOVE

in dem sf-epos "LOVE" von William Eubank (© 2012 Splendid Film GmbH) erhält im Amerikanischen Bürgerkrieg der captain Lee Briggs einen erkundungsauftrag. man habe ein objekt gesichtet. diesem auftrag entstammt ein tagebuch,

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fantasia

Ein jedes Buch mit Phantasie
verzeiht man dir in Deutschland nie

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was die literatur anlangt

"Was die Literatur anlangt, so eignet sich das Internet hautpsächlich als Ort der schrankenlosen Pöbelei und der agressiven Einforderung von Niveaulosigkeit. Weshalb, fragt man sich verdutzt, geben sie denn gar nicht auf zu lesen? Es wäre so viel gesünder für sie." (Seite 50)

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menschen dazu ermutigen

"Soll man Menschen dazu ermutigen, Gedichte zu schreiben? (Viele tun es ohnehin, ermutigt oder nicht.)

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das nachdenken

"Das Nachdenken über mich fördert eines zutage: der Rest der Welt reimt sich."

quelle: Werner Herzog, Vom Gehen im Eis, Hanser 2012, seite 9

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aber welches liebesglück

"Aber welches Liebesglück ist schon originell, und welches Sehnen hat nicht etwas von einem Gedicht, das die Zeiten überdauert?"


quelle: Bodo Kirchhoff, Die Liebe in groben Zügen, Frankfurter Verlagsanstalt 2012, seite 9

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und plötzlich verstand ich

aus dem buch von John Berger, A und X - Eine Liebesgeschichte in Briefen, Hanser Verlag 2010, seite 45:

"Und plötzlich verstand ich, dass in den von Menschen gebauten Apparaten immer ganze Schaltkreise von Erfindungsreichtum verborgen liegen, die sich bestimmten Köpfen mitteilen. So wie man Gedichte weitergibt."


das nenn' ich resonanz
mit der man gar und ganz
den sinn erfassen kann:
resonanzen irgendwann

© 01.10.2012 brm ulbrich

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