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treff #2.1 regenorchester

ein herzlicher dank an alle! bei großer runde und reger beteiligung war es eine lebendige und kenntnisreiche diskussion um den roman „Das Regenorchester“ von Hansjörg Schertenleib (Aufbau Verlag, Berlin). was wir bei unserer gemeinsamen rezeption heraus gefunden haben, wird noch in einer separaten rezension von mir zusammen gefasst werden.

aber eines schon jetzt: die gebundene ausgabe (3. auflage 2009) stimmt textlich offenbar nicht überein mit der taschenbuchausgabe (4. auflage 2012). wir waren verblüfft. es fehlen die pasagen zu der neuen frau. fehlendes im schrägdruck nach der geb. ausgabe, seite 229-230 und hinzugesetztes in der tb-ausgabe in [] seite 228:

„Wie kann ich damals ahnen, dass es gerade einmal vierzehn Monate dauerte, bis ich eine Frau kennenlerne, die ihre Gefühle nicht auf der Zunge trägt, aber mit einer Gewissheit zu ihnen steht, die mir das Vertrauen in die Liebe, das ich verloren glaubte, zurückgibt? Wie soll ich wissen, dass meine Mutter in der allerersten Nacht, die ich mit dieser Frau verbringe, stirbt und dass ich am anderen Morgen an ihrem [am] Totenbett [meiner Mutter] stehe, im … Den Rest deines Lebens bist du ohne Mutter!

Wie soll ich ahnen, dass diese Frau und ich in Südafrika, in Mexiko und Maine in der Sonne sitzen werden, schweigend, weil wir unsere Gemeinsamkeit nicht herbeireden müssen und auch ohne Worte wissen, wir gehören zusammen? Woher soll ich wissen, …“

wenn man unterstellt, dass autor oder verlag die aussagen über die neue frau gezielt tilgen wollten, dann fehlen diese passagen folgerichtig. was haben sich autor und lektor aber dabei gedacht, ihre leserschaft zu täuschen? kein wort der erklärung in der tb-ausgabe, dass das manuskript aus gegebenen gründen gekürzt wurde! keine respektierung der leserschaft, die sich verwundert die augen reibt. ganz abgesehen davon, dass sich die interpretation des werkes in richtung weniger zuversicht, eine neue liebe finden zu können, verschiebt: eben keine "unerhörte liebesgeschichte", wie im klappentext suggeriert.

sollte hier ein autobiografischer einblick wieder getilgt werden? das müsste man den autor fragen.

ich habe bei frau Dünow (lektorat assistenz) vom Aufbau Verlag angefragt.

© 15.10.2013 brmu

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treff #1 auftakt

Brockmann

liebe teilnehmer/innen des Brühler Lesekreises bei Brockmann, vielen dank für ihr engagement in eigener sache. wir haben nach dem auftakt am 26.9.13 in der buchhandlung Brockmann in Brühl uns eine aufgabe für den 14.10.13 gestellt, die ich in den folgenden knittelversen noch einmal in erinnerung bringen will:

zwanzig frauen und zwei männer
outen sich als bücherkenner
wollen auch darüber reden
treffen sich bei Brockmann eben
zu ’nem klugen bücherschnack
spaß und freude, nichts geht ab

wollen also mal ergründen
ob wir in dem regen finden
was sich da orchester nennt
und wohin die handlung rennt:

was da denn an sachen stehn
wie appelle an uns gehn
wie beziehung zu uns ragt
was der autor von sich sagt
4 mal antwort = 1 rezeption
finde jeder seinen ton

© 27.09.2013 brmu
wer kommentieren möchte soll das gerne tun: jede stimme zählt!

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Brühler Lesekreis bei Brockmann

Martin Mosebach beschreibt in einem interview (KSTA 13./14.7.2013) wie er zum autor wurde: indem ihn sein vater zum „enthusiastischen, verehrungsbereiten Leser“ gemacht habe, habe er ihn „zum Schreiber“ gemacht, was bedeute, dass für ihn das schreiben vor allem ein weg sei, „auf das Gelesene zu antworten“.

die richtige einleitung zu unserem >Brühler Lesekreis bei Brockmann<. genau das wollen wir auch: uns gegenseitig zu enthusiastischen lesern/innen zu fördern, um dann vielleicht auch das schreiben zu wagen.

werfen sie einen blick auf die homepage der buchhandlung Brockmann in Brühl, die diesen lesekreis ausrichtet:

BLbB handzettel-130715-bu

© 15.07.2013 brmu

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