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Bohns traumglücklebensliebe

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© 8.4.2016 foto brmu, Manfred Bohn und Sascha Schwarzbart im Medio, Stadtbibliothek Bergheim, in aktion.

lyrik ist ein sperriges thema im literaturbetrieb – auch in der region. das schert Manfred Bohn aber nicht. er legt nun seinen zweiten gedichtband vor: Traum, Glück, Leben, Liebe; MM Bohn Verlag Bergheim, 2016.

Bohn ließ uns im rahmen der lesungsreihe „Autoren der Region“ des rührigen Fördervereins der Stadtbibliothek Bergheim eben dort im Medio an seiner benefiz-performance teilhaben.

es war für alle sinne gesorgt: für stimmung sorgte ein rotlichtiges bühnenarrangement aus großformatigen bildern von Marina Freude, die insgesamt 13 bilder zu dem neuen gedichtband beigesteuert hat.

für die congeniale begleitung im hintergrund war der pianist Olexandr Moyerer (Sascha Schwarzbart ist sein künstlername) zuständig, der professionell die lesung mit einfühlsamen improvisationen aus der welt der „e&u-musik“ vertonte. Bohn stellte ihn mit dem worten vor: „während andere nach noten suchen, spielt Sacha einfach.“ und so war es auch, separater applaus dafür zeigte die wertschätzung des publikums.

und dann die bassige stimmte des dichters Bohn als souverän sonorem arrangeur seiner gedichte in einer melange aus wort, mimik, gestik, hut und schal. keine einfache ablesung vom blatte, nein, es war bühnenreif. jedes kapitel hatte seinen eigenen hut und schal als signal des themenwechsels.

musiker und lyriker haben es gemäß Bohn nicht leicht, denn:
Der Musiker, wie übrigens auch der Lyriker,
Die haben es alle beide schwer,
Der Kampf um jede Silbe, Note
Erschöpfen diese Künstler sehr.
(52)

in der pause dann rechtzeitig snacks und gute tröpfchen für den plausch. so betört man ein publikum. zum schluss eine zugabe mit dem gedicht „Wilder Wein, so grün und heftig“:

Wilder Wein, so grün,
Wie ein urwaldischer Zwergfrosch,
Raschelt über dir, hinter mir,
Neben dir und unter mir.

Deine safte Schönheit strahlt
Im Einklang unserer Bewegungen.
Alles ist geflohen, war zu wichtig,
Die Gefühle sind im gleichen Takt – geblieben!
Deine gezeigte Lust erstaunt mich,
War so nicht auszumachen.
Kess, heftig und betörend …

es geht noch weiter, auf seite 93! wollen sie es wissen, so lesen sie im gedichtband weiter.

© 12.04.2016 brmu

 

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