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© 15.10.2017 foto brmu: Margaret Atwood erhält den Friedenspreis aus den Händen des Vorstehers des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, H. Riethmüller

Margaret Atwood hat am 15. Oktober den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2017 in der Frankfurter Paulskirche verliehen bekommen. in ihrer dankesrede wandte sie sich auch direkt an die leserschaft mit dem zitat „… and I only am escaped alone to tell thee.“ (Hiob 1,15: ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten.).

Atwood bringt das verhältnis auf den punkt, in dem sie beteuert, sich mit ihrer literatur an den einzelnen leser zu wenden. ein buch sei wie eine stimme in des lesers ohr; die botschaft sei für ihn allein bestimmt. ein buch zu lesen sei die denkbar innigste erfahrung in der welt der gedanken eines anderen menschen. schriftsteller, buch und leser – in diesem dreieck stelle das buch den boten dar.

nach der kommunikationstheorie wäre das buch die vom autor encodierte botschaft, die vom leser zu entschlüsseln sei. Margaret Atwood setzt buch und bote gleich. damit vertritt sie die moderne these, dass der einzelne leser, der das buch gleich bot(e)schaft in händen hälte, die eingeschriebene botschaft als stimme im ohr entschlüsseln müsse und somit vom lediglich zahlenden konsumenten von literatur zu einem integralen bestandteil dieser wird. ein kluger hinweis an den literaturbetrieb, sich stets der leserschaft zu besinnen.

© 17.10.2017 brmu

 

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Sonntag, 17. Dezember 2017

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