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Zeilers zweites leben

La vita seconda – das zweite leben. die autorin Charlotte Zeiler legt ihren ersten roman vor, der in ihrem beruflichen umfeld spielt, also ein hohes maß an „faktentreue“ enthält. wir lernen eine menge über die abläufe in und um ein krankenhaus. aber bald merken wir, dass sich zwei zeitebenen miteinander verschränken.

eine junge frau, die ich-erzählerin, liegt irgendwo zwischen Cölln und Jülich lädiert im bett im hause von Wilhelm, dem gastgeber, der ein freund ihres retters Antonio ist. sie fantasiert oder halluziniert, will unbedingt Marco suchen. wir schreiben das jahr 1617.

eine junge frau erleidet in der jetztzeit einen verkehrsunfall, wird von dem rettungs­sanitäter Marc wiederbelebt und anschließend in ein kölner krankenhaus gebracht. dort erwacht sie im intensivraum, wo sich der arzt Oliver und die frisch examinierte krankenschwester Mia um sie kümmern. Mia wird wiederum von der erfahrenen kollegin Lizzy als mentorin betreut. Mia hat ein ambivalentes verhältnis zu dem arzt, weil sie sich an karneval in ihn verliebt hatte, ohne dass der das registriert hatte.

es drängt sich der verdacht auf, dass die eingangs beschriebenen frauen identisch sind und ihren unfall auf zwei zeitebenen erleben. der retter Marco gleicht Marc und spielt die zentrale erlöserrolle. die anderen protagonisten mischen den plot zu einem spannenden handlungsmix auf. man ahnt einen knoten durch die zeiten und ist gespannt, wie er sich lösen wird. mehr werden wir nicht verraten.

wir lesen also eine liebesgeschichte der anspruchsvolleren art, die mit den mitteln des magischen realismuses zeitlich gestaltet ist: jetztzeit und das 17. jahrhundert unserer region. damit muss sich die leserschaft zunächst vertraut machen. das ist aber kein problem, kennen wir doch das prinzip schon von den historisierenden kriminalromanen in und um Köln. somit liegt das buch im trend und dürfte seine erfreute leserschaft finden.

wir im lesekreis littreff.medio hatten die vergünstigung, das noch unveröffentlichte manuskript einsehen zu können. inzwischen ist das buch unter dem pseudonym Charlotte Zeiler erschienen: http://www.charlotte-zeiler.de/lvs_leseprobe.php .

© 21.10.2015 brmu

 

Kommentare 1

Gäste - Cathleen am Freitag, 23. Oktober 2015 16:40


Vielen Dank! Ich habe den Link geteilt auf Facebook unf Google +
C.Z.

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Freitag, 15. Dezember 2017

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