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natürlich wachsen

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© foto 17.01.2014 brmu / J. Streich, Dr. M. Griefahn (v.l.)

das Königsdorfer Literaturforum macht von sich reden: es wird nun zehn jahre alt. zu diesem anlass hat sein mentor von der stunde null an, Jürgen Streich, frau Dr. Monika Griefahn, eine zeitweilige wegbegleiterin, eingeladen, aus ihrer dissertation vorzutragen.

frau Dr. Griefahn ist aktuell leiterin der >Monika Griefahn Institut Medien, Umwelt, Kultur GmbH< in Buchholz. in dieser eigenschaft und vor dem hintergrund eines langjährigen engagements in sachen umwelt, zb. als mitbegründerin von Greepeace Deutschland, als Umweltministerin in Niedersachsen a. D. und als MdB-SPD 1998-2009, hat sie zentrale gedanken aus ihrer dissertation (Edda Rydzy und Monika Griefahn, Natürlich wachsen – Erkundungen über Mensch, Natur und Wachstum aus kulturpolitischem Anlass, Springer VS 2014) vorgetragen.

es sei zur bewältigung der allseits begangenen und noch im gange seienden umweltsünden vor dem hintergrund des wissens aus natürlichen, sprich evolutionären vorgängen, unbedingt ein paradigmawechsel erforderlich. der muss heißen: natürliches wachstum, auch als schlagwort benannt als cradle to cradle (ctc), insofern ist der titel der vorgelegten dissertation zweideutig. nicht gemeint ist: „natürlich wachsen“ im sinne weiter so wie bisher, was sonst, sondern im einklang mit den von der natur, resp. evolution, vorgelegten/vorgelebten prinzipien der wiederverwertung. diese zur langverfügbarkeit von ressourcen und zur vermeidung von verseuchung aller arten, ob boden, luft, wasser oder nahrung.

dieser könne nicht vordergründig von der politik verordnet werden, er müsse als umwertung gesellschaftlichen handelns von den einzelnen bürger/innen gewollt und dauerhaft mitgetragen werden. dazu sei es nötig, eine sozio-kulturelle evolution in gang zu setzen. die stütze seien die jungen menschen im schulprozess, der ein ästhetisch-kulturelles angebot präsentieren müsse. es sei erwiesen, dass menschen, die beispielsweise ein musikinstrument spielten, die welt und ihre probleme differenzierter sähen und sich verantwortungsbewusster verhalten würden. zum abschluss der interessanten gedankengänge zitierte frau Dr. Griefahn Bertolt Brecht aus ’Die Geschichten von Herrn Keuner’: „Ich würde gern mitunter aus dem Haus tretend ein paar Bäume sehen.“

die anschließend von Jürgen Streich geführte diskussion zwischen frau Dr. Griefahn und dem publikum war teilweise skeptisch bis kontrovers, also die richtige mischung für eine lebhafte auseinandersetzung mit den vorgetragenen inhalten. es sei eine frage des käuferverhaltens und preisbewusstseins, ob sich innovative ansätze zu einer zyklischen wirtschaft durchsetzen können. es sei eine frage des marktes, ob solche dann teureren produkte nicht für die arbeitsplätze der leute, die ja auch käufer seien, und die prosperität der unternehmen nachteilig ausschlagen würden. es sei eine frage der betonkopfmentalität in den entscheidungsetagen vieler vor allem großer unternehmen, innovative ansätze zu produkten reifen zu lassen. es sei eine frage des unternehmerischen belohnungssystems, wie manager/innen entscheiden. es gäbe aber verbündete sogar in der branche der consulter, die EVOCO GmbH sei so ein unternehmen, dass sich zum ziele gesetzt habe, ein management zu propagieren, das sich auf den prinzipien der evolution stüzt und ein zyklisches, nachhaltiges wirtschaften erlaube bei hinreichender profitabilität. es tut sich etwas in den köpfen: Darwin meets business.

frau Dr. Griefahn ließ sich nicht beirren, konterte sachkundig und referiert, dass diese sicherlich richtigen, nachteiligen aspekte durch einen paradigmawechsel überwunden werden müssten. meint also einen marsch durch die generationen mit gezielter umorientierung mittels einer ästhetisch-kulturellen erziehung speziell junger leute auf der basis gesellschaftlichen konsenses. etablierte strukturen und eine etablierte denke lassen sich bekanntermaßen nicht einfach ins gegenteil verkehren. hierin konnten alle vorbehaltlos einstimmen, so dass der abend mit der beeindruckenden tastenkunst des bekannten pianisten Alphonse Sauer wieder fulminant ausklingen konnte.

mögen uns die Brecht’schen bäume noch lange gegeben sein, den alten bäumen aus dem Hambacher Forst ist es nicht gegeben – auch ein massives versagen menschlichen handelns. nachdenklich geht man nach hause und fragt sich, ob wir nicht fakten schaffen, die unseren enkeln und urenkeln das leben versauern oder gar versauen werden. brmu

natürliches wachstum

1 frau Dr. Griefahn propagiert
den wechsel vom paradigma
dass menschheit nicht mehr giert
und ablegt übles stigma

2 wachstum um geldes preis
ist nicht die edlere krönung
wachstum im klugen kreis
ist die natürliche lösung

3 das den jungen eingeimpft
denn die haben potenzial
viele alte sind beschimpft
denn denen scheint's egal

4 der reife mensch im ganzen
sei eine persönlichkeit
paradigmawechsel im ranzen
für die ganze menschenheit

© 17.01.2014 brmu

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Köhlmeiers idylle

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© 14.11.2013 foto brmu / Michael Köhlmeier liest in der Buchhandlung Brockmann in Brühl

eine idylle mit hund
der nicht ertrinkt
gibt uns allen kund
wo das leben hinkt

hakt der tod sich unter
lässt dich einfach fallen
dann ginge man unter
als einer von allen

nur schreibend gelingt
der befreiungsschlag
die trauer um das kind
die kommt an den tag

und schon ist der autor
gänzlich überflüssig
denn das werk geht vor
für den leser schlüssig

der findet viel resonanz
oder auch gar nichts gut
jenen hilft es ganz
andern fehlt der mut

kommt auf situationen an
darin leser sich finden
so kann literatur
sein publikum binden

© 15.11.2013 brmu

bericht: Michael Köhlmeier setzte sich und begann ganz unprätentiös zu erzählen und zu lesen, das in der voll besetzten buchhandlung Brockmann in Brühl. auf dem tisch lag seine novelle „Idylle mit ertrinkendem Hund“*, der gar nicht ertrinkt. im gegenteil, er rettet den autor aus tiefster verletztung durch den verlust der tochter Paula.

hier schneidet das wahre leben in die literatur ein: Köhlmeier betont ausdrücklich, dass es nicht darum gehe, den tod seiner tochter „zu vermarkten“ (eine grauenhafte vorstellung), sondern er als schriftsteller von kindesbeinen an und seine frau, Monika Helfer, ebenfalls schriftstellerin, sie beide vermochten den tod ihres kindes Paula Köhlmeier, die ebenfalls angehende schriftstellerin war, nur auf dem literarischen wege zu bewältigen. die trauerarbeit über das schreiben. die frage aus dem publikum, ob er damit seiner tochter „ein verlängertes leben schenken“ wolle, verneint Köhlmeier aber entschieden, es wäre eben seine art, die verletzung zu verarbeiten, ein weiterleben im buch wäre nicht das leben seiner tochter.

die lesung war getragen von einer sonoren, leicht erkältet klingenden stimme, die die kunst der pausen kannte. auch merkte man an einigen stellen, dass da ein vater las, denn in den pausen lag tiefe emotion, die das publikum durch zurückhaltung und auch mitfühlende sympathie würdigte. zumal offenbar auch eltern anwesend waren, die ähnliche schicksale zu beklagen hatten.

da passte es gut, dass Köhlmeier gegen ende der veranstaltung einen wunsch erfüllte: ich bat ihn, das nachstehende gedicht „Gedanke und Gedächtnis“ aus seinem ersten gedichtband „Der Liebhaber bald nach dem Frühstück“** zu lesen, dass mir die situation aufzunehmen schien, was er gerne bestätigte.

Köhlmeier Gedicht-131114-bu

obwohl wir übereinstimmten, dass ein literarisches werk eine eigene, von den autor/inn/en unabhängige wirkung erzielen solle, war es dennoch gut und wichtig, diesen feinen mann aus dem Vorarlbeg kennen gelernt zu haben. beim signieren des gedichtes verriet er mir in kurzem plausch, dass bei Michael Krüger ein weiteres lyrik-manuskript liege, denn gedichte habe er immer nebenbei geschrieben, er sei aber viel zu zurückhaltend, diese einfach so zu veröffentlichen. möge Michael Köhlmeier seine scheu überwinden und uns auch als lyriker noch oft beeindrucken.

mehr verrät der artikel von Ruth Lütz-Bedorf im Kölner Stadt-Anzeiger/Brühl vom 15.11.2013.

© brm ulbrich / 15.11.2013
  * Michael Köhlmeier, Idylle mit ertrinkendem Hund, Deuticke Verlag 2008
** Michael Köhlmeier, Der Liebhaber bald nach dem Frühstück - Gedichte, Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, Bd. 25, Hanser Verlag 2012

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willensfrei-eiei

 Willensfrei OstenSinger-IMG 8156a-131025-bu
© foto 25.10.2013 brmu: Manfred Osten und Wolf Singer im Gespräch

auf einer podiumsdiskussion im festsaal des stadtschlosses Weimar am 25.10.2013, veranstaltet von der Klassik Stiftung Weimar, wird der neurophysiologe Singer von dem autor Osten mit Goethe-zitaten bombadiert und dann zur stellungnahme animiert. diese diskussion ist bereits mehrfach an anderer stelle geführt worden und auch als cd unter selbem titel erhältlich.

von Osten kamen flinke zitate
aus Goethes tiefem werk
gefolgt von einer frag' zum rate
wie man sich das wohl erklärt
in bezug auf die heutige zeit

schon war gast Singer bereit
neuro und bio und logisch
zu liefern in weitem worte
willensfreiheit sei ein wisch
den man so verstehen sollte:

es habe so kommen müssen
und weiter wisse man nicht

da könnten viele musen küssen
freier wille sei ohne gewicht
die welt ein komplexes gebilde

gastgeber Osten im gefilde
erklärt Goethe zum visionär
der in seinen werken zeigte
was uns heute noch originär
das schauende uns aber leite

© 04.11.2013 brmu
zitat von W. Singer während der diskussion um das problem der willensfreiheit, die nach neurophysiologischer sicht fraglich ist, da jeglicher bewussten denke neuronale vorgänge im hirn vorauseilen; man lese dazu: Wolf Singer, Ein neues Menschenbild?, Suhrkamp TBW 1596, 2003, seite 24 ff: Das Ende des freien Willens?

 

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HJO im kapellsche

HaJO

Abtei Brauweiler. 12.10.2013. 20:15 uhr. was pfaffen selten schaffen: die kapelle war brechend voll, denn Hanns-Josef Ortheil plauderte und las für ein stündchen aus seinem neuen buch „Das Kind, das nicht fragte“ aus dem Luchterhand Verlag 2012.

durch den erfreulichen zustrom lesehungriger sah sich der ausrichtende verein „Freundeskreis Abtei Brauweiler e.V.“ gezwungen, die lesung in die angrenzende kapelle zu verlegen. Dort war es arg kalt und der hall störte anfangs sehr. aber HaJOs stimme wärmte uns und sie durchbrach die widrige akustik, ein menschenfreund durch und durch, was besonders die szene im beichtstuhl belegt, in der der protagonist als achtjähriges kind seine blockade, fragen zu stellen, aufbricht.

nach längerem schweigen fordert ihn der priester auf, von sich zu erzählen. darauf er: „Wenn ich von mir erzählen soll, brauche ich einen Stuhl, im Knien kann ich nicht gut erzählen.“ (seite 116) das ist der durchbruch, Benjamin hat sich selbst befreit, wo andere sich durch brimorium bis ins alter fesseln lassen. dem freundeskreis der abtei sei dank für dies erlebnis.

er schreibt piano
und spielt es auch
leis=tonale sätze im
duft der atmosphäre
bringen uns die
leute nah wie du
und ich in resonanz
und der schalk im
nacken bringt die
befreiung: hier im
beichtstuhl durch
fragen selber denken
und antwort finden
wozu dann noch
brimborium der
katalysator steckt
in uns wo sonst

© 13.10.2013 brmu
die ortheilschen monologe auf der homepage des Literaturhauses Stuttgart zum thema "buch" sind plaudereien aus dem zentrum des litaraturbetriebs. unbedingt hörens- und sehenswert, viel vergnügen!

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total-op

Totaloperation einer Landschaft, so war das Königsdorfer Literaturforum vom 11.7.2013 betitelt. es kamen unter anderen drei autoren der region zu worte, die, zum thema passend, aus ihren werken vorlasen.

KL Löffler-lesung130710-bu

Kay Löffler las passagen aus seinem werk „Dorf der Wolkenmacher“, Engelsdorfer Verlag 2007, und ließ das zahlreiche publikum die emotionale anspannung von betroffenen der umsiedlung durch den tagebau spüren. die sprengung eines kirchturms als brutales zeichen der befremdlichen entwurzelung.

KL Mödder-lesung-130710-bu

Gynter Mödder trug aus "Knollen, Kohle und Miljöh", herausgegeben von Axel Kutsch und Jochen Arlt, erschienen im Rhein-Eifel-Mosel-Verlag 1990, zunächst humorvollen text vor über ein bislang unbekanntes tier, die tagigall, der sich im verlaufe der lesung in bittere ironie wendete: die endemische tagigall als nieschenbewohnerin der kunstlandschaft der tagebaukippen, genannt Glessener Alpen, erscheint natürlich schützenswert und damit sein habitat. er konnte sogar eine zeichnung dieser extrem scheuen und bedrohten art vorweisen, die Renate Mödder-Reese durch lange feldstudien anfertigte.

KL Rumler-lesung-130710-bu

Andreas Rumler wagte sich an dem prosaisch dominierten abend an die lyrik und zitierte weite passagen seiner „Erftland-Splitter“, edition fundamental 2007, ein kaleidoskop von gedanken zu den vorgängen um und an den tagebauen. Unwiderrufliche veränderungen von landschaft, kulturellen werten und persönlichen verwurzelungen.

Jürgen Streich moderierte den abend, der wieder künstlerisch gerahmt wurde von Alphonse Sauer als professionellen pianisten.

in der diskussion waren die positionen pro und kontra tagebau vertreten, was den gedankenaustausch beflügelt hat. letzlich ist wichtig festzustellen, dass die legalen grundlagen dieser landschafts-op existieren, dass es aber auch legitim ist, diese immer wieder zu hinterfragen, und in neue, wissenschafltich fundierte zusammenhänge zu bringen, wie etwa neu erkannte gesundheitsrisiken der betroffenen, wirtschaftliche risiken der auswirkungen für die gesellschaft und globale auswirkungen für "das lebewesen erde" (J. Streich). dazu gehören auch die spektakulären aktionen der besetzer des Hambacher Forstes als ein mittel zivilen ungehorsams gegenüber den verkrustungen des politischen apparates, man denke an lobbyistischen filz und filzigen lobbyismus. eine anregende diskussion in durchaus verträglicher atmosphäre.

man fragt sich, warum keine presse zugegen war und stolpert über den gedanken, das behandelte thema passe nicht in die lokale zeitungswelt. ein schuft, der dieses dächte!

© 12.07.2013 brmu

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über weite entfernung

lesung in der weinstube Bohn in Bergheim am 5.7.2011.

 Bohn Weinstube

© foto: b.r.m. ulbrich
M.M. Bohn rezitiert „Über weite Entfernung“

am Aachener Tor in Bergheim angekommen, die Hauptstraße schon ziemlich menschenleer, steigt man am Roten Haus nr. 99 ein paar stufen hinauf und betritt rechts einen kleinen raum, der liebevoll mit gedichten auf blauem grund in petersburger hängung ausgestattet ist. wenige tische für rund zwanzig gäste stellen gleich eine besondere atmosphäre her.

dann die überraschung: jeder darf sich ein gedicht aus der lyrik-galerie wünschen und sein eigen nennen. eine große geste des gastgebers, seines zeichens auch ein mann der lyrik, der es versteht, die gäste in seiner weinstube immer wieder mit neuen lyrischen eindrücken zu erfreuen.

nach guten weinen aus deutschen landen und einem tapas-bufett steigt die spannung bis der eindrucksvolle Manfred Michael Bohn mit seinem sonoren bassbariton den raum ausfüllt: jedes gewünschte gedicht wird ausdrucksvoll vorgelesen, so dass es sicherlich noch länger in erinnerung bleibt. das von mir ausgewählte wird hier mit seiner erlaubnis veröffentlicht:

Über weite Entfernung

Über weite Entfernung, welch herrliche Kraft.
Innige Umarmung, Harmonie geschafft.
Sprudelnde Lüfte,
Spürbare Düfte.
Wehmut an Deiner Seite,
Über endlose Weite.
Der Tag kommt – riesengroß,
Komm, wir lassen uns nicht los!

© Manfred Michael Bohn /Juni 2013

weitere gedichte und wortspiele: in dem lyrikband „Liebe & Schmerz“, Verlag M. M. Bohn-Kommunikation 2011, 103 seiten, mit sechs treffenden illustrationen von Roman Pompe; das buch nebst CD kann in der weinstube erworben werden.

© 06.07.2013 brmu

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autoren slam

die Buchhandlung Moewes in Bergheim machte von sich reden. sie lud zu einem neuartigen autoren-slam ein: 24. Mai 2013 ab 20 Uhr. Sieben autor/innen hatten zehn minuten zeit, aus ihren werken zu lesen. litbiss war auch dabei!

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Bild: B. Schulz | Förderverein Stadtbiblio BM

der stärkste applaus sollte die/den gewinner/in küren. gewinn: ein gespräch im Piper Verlag. alle waren so gut, die schallmessungen so dicht beieinander, dass sich herr Moewes spontan entschloss, allen autor/innen eine chance zu einem gespräch vermitteln zu wollen. das war die beste entscheidung des gelungenen abends. allen, leserinnen und lesern, hörerinnen wie hörern, fiel dankbar ein stein vom herzen. was daraus wird?

litbiss kann berichten: die buchhandlung Moewes in persona herr Moewes will den autoren slam wegen der guten resonanz weiterführen. das ist eine gute nachricht für autoren/innen und leser/innen.

das ereignis ist in einer bildergalerie des FSB zu betrachten, klicken sie hier.

ohne euch, liebe familie, freundinnen und freunde und litbiss-fans, wäre es nicht so aufregend ausgegangen. für euren starken beifall bedanke ich mich herzlich mit diesem vierzeiler:

dichten in vollen zügen
ist reichlich übertrieben
in vollen zügen dichten
ist höher zu gewichten

© 25.05.2013 brmu

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Cologne Paper Art

papier ist geduldig. die Cologne Paper Art zeigt wieder papierkunst in der Vulkan-Halle in Köln. fast alle dort ausgestellten künstler/innen bearbeiteten das papier auf der oberfläche oder formten es bis hin zum scherenschnitt. Interessant, aber nicht aufregend.

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Jutta Barth auf der Cologne Paper Art, am 21.4.2013 auf eines ihrer werke zeigend

ganz anders in der box 32: dort gab es papierkunst der besonderen art zu sehen. bei Jutta Barth nimmt das papier ästhetisch angeordnetes pflanzenmaterial in sich auf. durch verrrottung skelettierte pflanzenteile, wie etwa blätter, werden in den sensiblen schöpfungsprozess des papieres (pulpe) einbezogen. Jutta Barth zeigt diese rare als pulppainting bezeichnete technik in wahrer meisterschaft. eine zarte akzentuierung mit tusche oder farben arbeitet den effekt des eingebetteten abschließend heraus. ihre so biologisch daherkommenden bilder regen gleich zu gedichten an. hier ein spontan verfasster haiku:

die bilder sprechen
von innen und von außen
meinen garten an

© 21.04.2013 brmu

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Vlaminck liest

eingeladen vom Autorenkreis Rhein-Erft (ARE), unterstützt vom neuen Förderverein Stadtbibliothek Bergheim (FSB), gab Dennis Vlaminck im Mauseum in Bergheim-Glessen am 13.4.2013 eine lesung aus seinem neuen krimi „Domfeuer“. Vlaminck ist von beruf journalist, seine brötchen verdient er sich beim Kölner Stadt-Anzeiger. wer das spannende werk liest, der lernt viel über das mittelalterliche Köln und die schlitzohrigkeit dessen bürgerschaft.

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© foto brmu, von r. n. l.: D. Valminck, Prof. Dr. med. G. Mödder (Vorsitz ARE), Dr. R. Hahn (Vorsitz FSB)

in der fragerunde gab Vlaminck einblicke in sein doppelleben. tags über journalist, schreibe er des nachts in stiller zurückgezogenheit, wenn frau und kinder, hunde, katzen, pferde ruhe geben. dies brauche er zur konzentration über mehrere stunden. dann falle ihm für den plot seiner krimis genügend ein, wobei auch episoden aus dem eigenen leben verarbeitet würden, wie etwa die szene mit dem zahnbrecher. dabei müsse er schon durchaus aufpassen, journalistisches und literarisches schreiben nicht zu vermengen.

zum schluss verriet er noch, an einem anschluss-krimi zu arbeiten, der etwas mit einem nicht austrocknenden teich und seiner heimatstadt bedburg zu tun habe. möge dieser krimi genau so spannend, unterhaltsam und nebenbei lehrrreich sein wie „Domfeuer“.

© 13.04.2013 brmu

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welterswelt

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Ruth Welter liest,

eingeladen vom Förderverein Stadtbibliothek Bergheim, in der Stadtbibliothek im Medio der Stadt Bergheim aus ihrem buch DAS KINDERMÄDCHEN UND DER HERR JESUS (2012) zur erbauung und erheiterung der drei dutzend zuhörer/inne/n. es geht um die kleinen und feinen geschichten rund um Brühl, die ihre verwandten und bekannten erlebt haben. so manche weckte eigene erinnerungen und ließ das gemüt in resonanz mitschwingen.

rund um die vom förderverein liebevoll aus- und angerichteten erfrischungen konnte in einer pause angeregt über das werk geplaudert werden. danach übernahme Ruth Welter wieder das ruder und las im zweiten teil weitere geschichten vor, wobei das publikum wählen konnte, eine kluge einbeziehung, die nähe schafft.

wir waren zeugen eines einfühlsamen erinnerungswerkes, das über Brühl hinaus ins ganze Rheinland ausstrahlt und auch dort seine leser/innen finden sollte. offizielle bezugsquelle: buchhandlung Brockmann in Brühl, es liegt auch in der buchhandlung Moewes in Bergheim aus.

© 02.03.2013 brmu

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mohr malt nicht

Burkhard Mohr (Bonner Cartoonist) war in der Christus Kirche zu gast im Königsdorfer Literaturforum, moderiert von Jürgen Streich und am klavier musikalisch gerahmt von Alphonse Sauer. Mohr hat uns in seine besondere zauberwelt des begnadeten zeichnens einblick nehmen lassen.

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Goethe ruft an

John von Düffel schreibt in seinem roman "Goethe ruft an" aus dem DuMont Verlag, erschienen 2011, gleich zu beginn auf seite 7 über eine figur namens Goethe als eine art über-ich aller schriftsteller:

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b.k. liest uns vor

lesung von Bodo Kirchhoff aus seinem roman "Die Liebe in groben Zügen, Frankfurter Verlagsanstalt 2012, im Literaturhaus Köln am 1.10.2012 anlässlich seines 25. hochzeitstages in anwesenheit seiner frau und seines sohnes.

foto mit erlaubnis des Literaturhauses Köln (LHK) abgebildet.

Kirchhoff Lesung-LHK-121001-bu

b.k. liest im LHK: er drängt und dräut in
die siebte fassung mit fassung braucht
sicherlich keine sechsundzwanzig stunden
für die sechsechsneun seiten der liebe in
groben zügen zug um zug geht es voran

die einfältige frage des abends: wieviel
auto bio graf iie steckt versteckt denn im
roman ein hin und her mit allerlei gedöns
und färbung zwischen den vielen zeilen da

findet dr.u. die kluge antwort in der rede:
ohne leben des autors kein roman in dem
das leben des autors vorkommen könnte!

lebenserfahrung aus verlegermund
tut dem moderator manches kund

und höre: der abend ward gerettet

© 6.10.2012 brm ulbrich

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