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HJO im kapellsche

HaJO

Abtei Brauweiler. 12.10.2013. 20:15 uhr. was pfaffen selten schaffen: die kapelle war brechend voll, denn Hanns-Josef Ortheil plauderte und las für ein stündchen aus seinem neuen buch „Das Kind, das nicht fragte“ aus dem Luchterhand Verlag 2012.

durch den erfreulichen zustrom lesehungriger sah sich der ausrichtende verein „Freundeskreis Abtei Brauweiler e.V.“ gezwungen, die lesung in die angrenzende kapelle zu verlegen. Dort war es arg kalt und der hall störte anfangs sehr. aber HaJOs stimme wärmte uns und sie durchbrach die widrige akustik, ein menschenfreund durch und durch, was besonders die szene im beichtstuhl belegt, in der der protagonist als achtjähriges kind seine blockade, fragen zu stellen, aufbricht.

nach längerem schweigen fordert ihn der priester auf, von sich zu erzählen. darauf er: „Wenn ich von mir erzählen soll, brauche ich einen Stuhl, im Knien kann ich nicht gut erzählen.“ (seite 116) das ist der durchbruch, Benjamin hat sich selbst befreit, wo andere sich durch brimorium bis ins alter fesseln lassen. dem freundeskreis der abtei sei dank für dies erlebnis.

er schreibt piano
und spielt es auch
leis=tonale sätze im
duft der atmosphäre
bringen uns die
leute nah wie du
und ich in resonanz
und der schalk im
nacken bringt die
befreiung: hier im
beichtstuhl durch
fragen selber denken
und antwort finden
wozu dann noch
brimborium der
katalysator steckt
in uns wo sonst

© 13.10.2013 brmu
die ortheilschen monologe auf der homepage des Literaturhauses Stuttgart zum thema "buch" sind plaudereien aus dem zentrum des litaraturbetriebs. unbedingt hörens- und sehenswert, viel vergnügen!

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total-op

Totaloperation einer Landschaft, so war das Königsdorfer Literaturforum vom 11.7.2013 betitelt. es kamen unter anderen drei autoren der region zu worte, die, zum thema passend, aus ihren werken vorlasen.

KL Löffler-lesung130710-bu

Kay Löffler las passagen aus seinem werk „Dorf der Wolkenmacher“, Engelsdorfer Verlag 2007, und ließ das zahlreiche publikum die emotionale anspannung von betroffenen der umsiedlung durch den tagebau spüren. die sprengung eines kirchturms als brutales zeichen der befremdlichen entwurzelung.

KL Mödder-lesung-130710-bu

Gynter Mödder trug aus "Knollen, Kohle und Miljöh", herausgegeben von Axel Kutsch und Jochen Arlt, erschienen im Rhein-Eifel-Mosel-Verlag 1990, zunächst humorvollen text vor über ein bislang unbekanntes tier, die tagigall, der sich im verlaufe der lesung in bittere ironie wendete: die endemische tagigall als nieschenbewohnerin der kunstlandschaft der tagebaukippen, genannt Glessener Alpen, erscheint natürlich schützenswert und damit sein habitat. er konnte sogar eine zeichnung dieser extrem scheuen und bedrohten art vorweisen, die Renate Mödder-Reese durch lange feldstudien anfertigte.

KL Rumler-lesung-130710-bu

Andreas Rumler wagte sich an dem prosaisch dominierten abend an die lyrik und zitierte weite passagen seiner „Erftland-Splitter“, edition fundamental 2007, ein kaleidoskop von gedanken zu den vorgängen um und an den tagebauen. Unwiderrufliche veränderungen von landschaft, kulturellen werten und persönlichen verwurzelungen.

Jürgen Streich moderierte den abend, der wieder künstlerisch gerahmt wurde von Alphonse Sauer als professionellen pianisten.

in der diskussion waren die positionen pro und kontra tagebau vertreten, was den gedankenaustausch beflügelt hat. letzlich ist wichtig festzustellen, dass die legalen grundlagen dieser landschafts-op existieren, dass es aber auch legitim ist, diese immer wieder zu hinterfragen, und in neue, wissenschafltich fundierte zusammenhänge zu bringen, wie etwa neu erkannte gesundheitsrisiken der betroffenen, wirtschaftliche risiken der auswirkungen für die gesellschaft und globale auswirkungen für "das lebewesen erde" (J. Streich). dazu gehören auch die spektakulären aktionen der besetzer des Hambacher Forstes als ein mittel zivilen ungehorsams gegenüber den verkrustungen des politischen apparates, man denke an lobbyistischen filz und filzigen lobbyismus. eine anregende diskussion in durchaus verträglicher atmosphäre.

man fragt sich, warum keine presse zugegen war und stolpert über den gedanken, das behandelte thema passe nicht in die lokale zeitungswelt. ein schuft, der dieses dächte!

© 12.07.2013 brmu

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über weite entfernung

lesung in der weinstube Bohn in Bergheim am 5.7.2011.

 Bohn Weinstube

© foto: b.r.m. ulbrich
M.M. Bohn rezitiert „Über weite Entfernung“

am Aachener Tor in Bergheim angekommen, die Hauptstraße schon ziemlich menschenleer, steigt man am Roten Haus nr. 99 ein paar stufen hinauf und betritt rechts einen kleinen raum, der liebevoll mit gedichten auf blauem grund in petersburger hängung ausgestattet ist. wenige tische für rund zwanzig gäste stellen gleich eine besondere atmosphäre her.

dann die überraschung: jeder darf sich ein gedicht aus der lyrik-galerie wünschen und sein eigen nennen. eine große geste des gastgebers, seines zeichens auch ein mann der lyrik, der es versteht, die gäste in seiner weinstube immer wieder mit neuen lyrischen eindrücken zu erfreuen.

nach guten weinen aus deutschen landen und einem tapas-bufett steigt die spannung bis der eindrucksvolle Manfred Michael Bohn mit seinem sonoren bassbariton den raum ausfüllt: jedes gewünschte gedicht wird ausdrucksvoll vorgelesen, so dass es sicherlich noch länger in erinnerung bleibt. das von mir ausgewählte wird hier mit seiner erlaubnis veröffentlicht:

Über weite Entfernung

Über weite Entfernung, welch herrliche Kraft.
Innige Umarmung, Harmonie geschafft.
Sprudelnde Lüfte,
Spürbare Düfte.
Wehmut an Deiner Seite,
Über endlose Weite.
Der Tag kommt – riesengroß,
Komm, wir lassen uns nicht los!

© Manfred Michael Bohn /Juni 2013

weitere gedichte und wortspiele: in dem lyrikband „Liebe & Schmerz“, Verlag M. M. Bohn-Kommunikation 2011, 103 seiten, mit sechs treffenden illustrationen von Roman Pompe; das buch nebst CD kann in der weinstube erworben werden.

© 06.07.2013 brmu

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Cologne Paper Art

papier ist geduldig. die Cologne Paper Art zeigt wieder papierkunst in der Vulkan-Halle in Köln. fast alle dort ausgestellten künstler/innen bearbeiteten das papier auf der oberfläche oder formten es bis hin zum scherenschnitt. Interessant, aber nicht aufregend.

JB Libellenbild-130422-bu

Jutta Barth auf der Cologne Paper Art, am 21.4.2013 auf eines ihrer werke zeigend

ganz anders in der box 32: dort gab es papierkunst der besonderen art zu sehen. bei Jutta Barth nimmt das papier ästhetisch angeordnetes pflanzenmaterial in sich auf. durch verrrottung skelettierte pflanzenteile, wie etwa blätter, werden in den sensiblen schöpfungsprozess des papieres (pulpe) einbezogen. Jutta Barth zeigt diese rare als pulppainting bezeichnete technik in wahrer meisterschaft. eine zarte akzentuierung mit tusche oder farben arbeitet den effekt des eingebetteten abschließend heraus. ihre so biologisch daherkommenden bilder regen gleich zu gedichten an. hier ein spontan verfasster haiku:

die bilder sprechen
von innen und von außen
meinen garten an

© 21.04.2013 brmu

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welterswelt

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Ruth Welter liest,

eingeladen vom Förderverein Stadtbibliothek Bergheim, in der Stadtbibliothek im Medio der Stadt Bergheim aus ihrem buch DAS KINDERMÄDCHEN UND DER HERR JESUS (2012) zur erbauung und erheiterung der drei dutzend zuhörer/inne/n. es geht um die kleinen und feinen geschichten rund um Brühl, die ihre verwandten und bekannten erlebt haben. so manche weckte eigene erinnerungen und ließ das gemüt in resonanz mitschwingen.

rund um die vom förderverein liebevoll aus- und angerichteten erfrischungen konnte in einer pause angeregt über das werk geplaudert werden. danach übernahme Ruth Welter wieder das ruder und las im zweiten teil weitere geschichten vor, wobei das publikum wählen konnte, eine kluge einbeziehung, die nähe schafft.

wir waren zeugen eines einfühlsamen erinnerungswerkes, das über Brühl hinaus ins ganze Rheinland ausstrahlt und auch dort seine leser/innen finden sollte. offizielle bezugsquelle: buchhandlung Brockmann in Brühl, es liegt auch in der buchhandlung Moewes in Bergheim aus.

© 02.03.2013 brmu

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mohr malt nicht

Burkhard Mohr (Bonner Cartoonist) war in der Christus Kirche zu gast im Königsdorfer Literaturforum, moderiert von Jürgen Streich und am klavier musikalisch gerahmt von Alphonse Sauer. Mohr hat uns in seine besondere zauberwelt des begnadeten zeichnens einblick nehmen lassen.

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Goethe ruft an

John von Düffel schreibt in seinem roman "Goethe ruft an" aus dem DuMont Verlag, erschienen 2011, gleich zu beginn auf seite 7 über eine figur namens Goethe als eine art über-ich aller schriftsteller:

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b.k. liest uns vor

lesung von Bodo Kirchhoff aus seinem roman "Die Liebe in groben Zügen, Frankfurter Verlagsanstalt 2012, im Literaturhaus Köln am 1.10.2012 anlässlich seines 25. hochzeitstages in anwesenheit seiner frau und seines sohnes.

foto mit erlaubnis des Literaturhauses Köln (LHK) abgebildet.

Kirchhoff Lesung-LHK-121001-bu

b.k. liest im LHK: er drängt und dräut in
die siebte fassung mit fassung braucht
sicherlich keine sechsundzwanzig stunden
für die sechsechsneun seiten der liebe in
groben zügen zug um zug geht es voran

die einfältige frage des abends: wieviel
auto bio graf iie steckt versteckt denn im
roman ein hin und her mit allerlei gedöns
und färbung zwischen den vielen zeilen da

findet dr.u. die kluge antwort in der rede:
ohne leben des autors kein roman in dem
das leben des autors vorkommen könnte!

lebenserfahrung aus verlegermund
tut dem moderator manches kund

und höre: der abend ward gerettet

© 6.10.2012 brm ulbrich

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