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Kölscher mummenschanz

aus der reihe "Goethe und ..." hier ein aktueller beitrag zum karneval in Köln:

oft das alter, wie wir wissen,
ist der torheit schlechter bann;
also ist es gut zu wissen,
was in Köln so abgehn kann:

dort am Rhein, zu aller frommen,
ist vermummt die schar nicht schlecht;
flux im zuge aufgenommen,
so zu sichern spötters recht.

auch dem greise füllt erträglich
sich das kölschglas oft zur hand
und so ist es doch verständlich,
kommt der außer rand und band.

löblich wird ein jeckes streben,
wenn es kurz ist, selbst mit sinn;
heiterkeit und wolkenschweben
ist im rausch des wirts gewinn.

häufelt nicht an diesen tagen
tumber torheit fratzgesicht,
lasst mit uns die nachwelt sagen:
war das herrlich! oder nicht?

© 05.02.2016 brmu
umdichtung von J. W. Goethe, Der Kölner Mummenschanz, 1825

 

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