litbiss.de

proklamation

der österreichische dichter h. c. artmann (1921 – 2000) hat 1953 zur theorie der poetik einen beitrag geleistet, seine proklamation des poetischen aktes. hier sinngemäß zitiert, originaltext findet sich hier.

einleitend meint er, man könne dichter sein, ohne auch irgend jemals ein wort geschrieben oder gesprochen zu haben. also quasi der kryptische dichter, der nur von sich selbst weiß. weiters: es gäbe die vorbedingung des gefühlten wunsches, peotisch handeln zu wollen. diese a-logische geste selbst könne zu einem gedicht erhoben werden, wobei schönheit sich in einem erweiterten spielraum bewegen dürfe.

der poetische act also

0 Kommentare

kein schlenker

aus: B. Jeßing, R. Köhnen: Einführung in die Neuere deutsche Literaturgeschichte, Verlag J.B. Metzler 2003, seite 96 ein zitat zur "engagierten lyrik":

"Engagierte Lyrik, ..., ist angewiesen darauf, dass ihre Sprache, ihre Metaphern und Bilder verstanden werden.

0 Kommentare

reimlos

saß der alte reimer
vor dem leerpapier
kämpft’ wie nirgends einer
er verzweifelt schier

0 Kommentare

heimlicher autor

Juli Zeh schreibt in ihrem aufsatz „Von der Heimlichkeit des Schreibens“(1), Sigmund Freud bezeichne in seinem aufsatz „Der Dichter und das Phantasieren“ den tagtraum als eine ersatzhandlung für das kindliche spiel, das dem erwachsenen nicht mehr erlaubt sei, während das dichten eine sonderform des tagträumens darstelle.

sie fährt dann wörtlich fort:

0 Kommentare

manuskriptsärge

quelle ist das taschenbuch der herausgeber Josef Haslinger und Hans-Ulrich Treichel, "Wie werde ich ein verdammt guter Schriftsteller?", edition suhrkamp (SV2395) 2005, darin der beitrag von Juli Zeh "Von der Heimlichkeit des Schreibens". Juli Zeh berichtet von ihren frühen schreibübungen und -anfängen mit einer querverbindung zu Siegmund Freuds aufsatz "Der Dichter und das Phantasieren".

seite 31 "Das Schreiben führte zu einer Professionalisierung des Tagtraums. Wer will schon gern verraten,

0 Kommentare

Das Gedicht will

Peter von Matt, emeritierter schweizer Professor für Neuere Deutsche Literatur, regelmäßig Beiträge für die Frankfuter Anthologie schreibend, hat 1998 einen dicken Band mit dem Titel "Die verdächtige Pracht - über Dichter und Gedichte", Hanser 1998, vorgelegt, in dem auf Seite 11 über die Lyrik als Gengre folgendes notiert ist:

"Das nachweisbare Ereignis des Häßlichen im Gedicht der Moderne widerlegt das Prinzip nicht, daß das Gedicht schön sein will. Es schafft auch das Ärgernis dieses Prinzips nicht aus der Welt.

0 Kommentare

reden wir über

Zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse ist DIE ZEIT wie immer mit einer Literaturbeilage erschienen (ZEIT&LITERATUR Nr. 41 Okober 2012), darin enthalten auf den Seiten 37-41 ein Werkstattgespräch über Literatur usw. ("Reden wir über das Schreiben") mit der Kritikerin Iris Radisch, dem Kritiker Ijoma Mangold, der Autorin Juli Zeh und den Autoren Thomas Hettche und Clemens Setz.

Darin bekennt Clemens Setz (Roman Indigo bei Suhrkamp 2012), nachdem Thomas Hettche ausgeführt hatte, er glaube,

0 Kommentare

so könnte es sein

romane führen durchs leben
novellen zeigen entwicklungen auf
erzählungen beschreiben episoden
kurzgeschichen beleuchten spots
gedichte beschwören augenblicke
aphorismen die splitter im auge
literatur also für's ganze leben

© 1.10.2012 brm ulbrich,
eingestellt am 6.10.2012

0 Kommentare

originell wirst du

"Originell wirst du, wenn du plötzlich das Gefühl hast: Das kann nicht von mir sein! - Eben jenes musste endlich einmal abgeschrieben werden."


quelle: Thomas Lehr, Grössenwahn passt in die kleinste Hütte - kurze Prozesse, Hanser2012, seite 47

0 Kommentare

ratzefummel

(geheimer bericht aus dem badewannencyclus)

wein, wanne, warmes wasser
innen außen gehts nicht nasser
liegt er still im fluidum
wartet auf verwandelung

0 Kommentare